Aktuell

.

Parteienkonsens: Die Brücke muss weg

Anwohnerversammlung unserer Initiative ein großer Erfolg


Ein bemerkenswerter Erfolg war die erste Anwohnerversammlung, zu der die Bürgerinitiative Breitenbachplatz in den Saal der Gemeinde Christi am Breitenbachplatz (am 18. September) eingeladen hatte. Fast 80 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, dazu waren die örtlichen Parteien vertreten. Zunächst erläuterte der Gründer und Leiter der Initiative, Ulrich Rosenbaum, die Positionen und Ziele, die sich die Akteure in den letzten sieben Jahren erarbeitet haben. Dabei geht es zentral um die Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf dem Platz, der einer besseren Gestaltung bedarf, den zunehmenden Leerstand von Geschäftsräumen, vor allem aber verkehrspolitische Maßnahmen wie Tempo 30 und die Markierung eines Radstreifens, gehört doch der Platz zur Fahrradmagistrale 1 der Senatsplanung. Zielvorstellung der Initiative ist der Abriss der Brücke, die den Platz teilt und in seinem Gesamteindruck zerstört hat.

In der ersten Diskussionsrunde nahmen die Parteienvertreter aus Steglitz-Zehlendorf und Wilmersdorf dazu Stellung. Bernd Steinhoff von den Steglitzer Grünen meinte, die Initiative müsse das Thema Brückenabriss gar nicht so zurückhaltend ansprechen. Zum großen Erstaunen der Anwesenden sprachen sich alle Parteienvertreter ausnahmslos für den Brückenabriss aus. Sabine Lehmann-Brauns, CDU-Bezirksverordnete, wies darauf hin, das schon in den 70er Jahren ihre Partei gegen die Brücke gewesen sei und die Junge Union damals entsprechende Aktionen gestartet habe. Damals übrigens unisono mit den Wilmersdorfer Jusos. Hundertprozentig hinter die Forderungen der Initiative stellte sich auch die FDP, die unter anderem mit dem Abgeordnetenhausmitglied Thomas Seerig vertreten war. Namens der SPD unterstützte der Wilmersdorfer Abgeordnete Florian Dörstelmann auch im Namen seiner südlichen Nachbarkollegen Andreas Kugler und Ina Czyborra deutlich die Forderungen. Die Linke konnte nicht kommen, solidarisierte aber schon vorher mit den Zielen der Initiative.

Netzwerk gegen die „autogerechte Stadt"

Am 3. September hat sich auf Initiative der BI Wilmersdorfer Mitte ein Netzwerk von Bürgerinitiativen in Wilmersdorf, Friedenau und Steglitz gegründet, die sich die Rückbesinnung auf die menschengerechte Stadt  und die Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf den Plätzen zum Ziel gesetzt gesetzt haben. Sie wollen in Zukunft Erfahrungen austauschen und gemeinsam an die Öffentlichkeit treten. 


- Bürgerinitiative Wilmersdorfer Mitte

- Initiative Bundesplatz

- Bürgerinitiative Friedrich-Wilhelm-Platz

- Initiative Breitenbachplatz


Alle vier Initiativen haben mit Verkehrssituationen zu tun, die im Zuge der „autogerechten Stadt“ entstanden sind. So wurde 

- der südlichste Abschnitt der Uhlandstraße, den es ursprünglich gar nicht gab, quer durch den Stadtpark Wilmersdorf zur Mecklenburgischen Straße geführt, 

- der historische Friedrich-Wilhelm-Platz zu Gunsten einer besonders breiten und geraden Bundesallee durchschnitten und an der Südseite bis knapp ans Kirchenportal beschnitten, 

- der Bundesplatz durch einen heute immer weniger genutzten Tunnel und fehlende Überquerungsmöglichkeiten an der Nordseite verunstaltet und 

Anwohnerversammlung im September

Die ursprünglich für den 19. Juni geplante Anwohnerversammlung haben wir, um sie noch gründlicher vorbereiten zu können, auf den September verschoben.


Der neue Termin ist der 18. September um 19.30 Uhr im Gemeindesaal Forststraße/Ecke Buggestraße.



Wir holen uns den Platz zurück!

Die Initiative Breitenbachplatz stellt sich mit einem Arbeitsausschuss neu auf und wird mit ihren Forderungen und Ideen in nächster Zeit verstärkt an die Öffentlichkeit treten. In einem zweiseitigen Papier hat das Team seine Vorstellungen niedergelegt. Das Motto: Wir holen uns den Patz zurück!


Hier der Wortlaut.

Verkehrssenatorin sieht Rückbau-Perspektive

Verkehrs- und Umweltsenatorin Regine Günther (parteilos, für die Grünen) hat sich erstmals zum Thema Breitenbachplatz geäußert. Gegenüber den „Leute“-Newsletter des Tagesspiegel, Ausgabe Charlottenburg-Wilmersdorf, stellte ihr Sprecher Matthias Tang klar: „Die Situation am Breitenbachplatz verdient es, dass man sich über einen Rückbau der Brücke Gedanken macht, damit der Platz lebenswerter wird. Der bauliche Zustand der Brücke ist nicht schlecht. Es gibt also keinen akuten technischen Handlungsbedarf, wohl aber einen stadtgestalterischen.“ Die Umgestaltung müsse sich „in die Reihe weiterer wichtiger Projekte einordnen, nicht alles geht auf einmal“.

Ex-Senatsbaudirektor Hans Stimmann reagierte darauf: „Dass ich das noch erleben darf! Als in die Jahre gekommener ehemaliger Juso des Bezirks Wilmersdorf habe ich in der SPD vergeblich versucht, den zwischen 1969 und 1974 gebauten Autobahnabzweig Wilmersdorf, der wegen der U-Bahn am Breitenbachplatz in Hochlage geführt werden musste, zu verhindern. Die SPD hielt mit Bausenator Schwedler an der Spitze die Stadtautobahnverbindung zur Westtangente für einen Fortschritt. Die Grünen gab es damals zwar noch nicht, aber Proteste einer Bürgerinitiative bei der Verkehrsübergabe durch Schwedlers Nachfolger, Bausenator Ristock, sorgten dafür, dass ein Autobahnteilstück zum ersten Mal ohne Autos eingeweiht werden musste. Der Abriss der Hochstraße ist überfällig und ließe den Breitenbachplatz wieder in seiner ganzen Schönheit erlebbar machen – wenn nicht der Denkmalschutz dazwischen kommt. Das wäre doch mal ein Projekt für Rot-Rot-Grün!“

„Schlange“ unter Denkmalschutz: Was bedeutet das?

Die Autobahnüberbauung Schlangenbader Straße steht seit dem 8. Dezember 2017 samt Außenanlagen unter Denkmalschutz. Es gab besorgte Anfragen, ob davon auch ein möglicher Rückbau der Breitenbachplatz-Brücken betroffen wäre. Die Mitteilung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa erwähnt allerdings nur das Gebäude mit der 600 Meter langen Überbauung. Das ist anders als bei der Tiburtiusbrücke, die Teil des geschützten Denkmals Bierpinsel und U-Bahn-Station Schloßstraße ist.

Abendschau berichtet über unsere Initiative

Die „Abendschau“ des RBB-Fernsehens hat am 1. Dezember 2017 über unsere Initiative berichtet. Der Beitrag kann in der Mediathek aufgerufen werden.

Bundestags-Kandidaten für Brückenabriss

Der Tagesspiegel (Online-Newsletter für Steglitz-Zehlendorf) hat die Bundestags-Kandidaten auch zum Breitenbachplatz befragt:

"Alle Kandidaten sind für den Abriss beziehungsweise Rückbau der Brücke! Heilmann: „Wird teuer“, „wird so schnell nicht möglich sein“. Finckh-Krämer und Aykal: Verkehrskonzept sei wichtig. Konsens herrscht: Der Platz soll schöner, die Belastung für die Anwohner weniger werden."

Tagesspiegel: "Höchste Zeit für neue Ideen"

Tagesspiegel LEUTE Steglitz-Zehlendorf schreibt am 29. Juni 2017:


- MACHER -

Autobahnbrücke am Breitenbachplatz abreißen: Bürgerinitiative begrüßt BVV-Beschluss. 


Schon seit Jahren setzen sich Anwohnerinnen und Anwohner des Breitenbachplatzes dafür ein, die Autobahnbrücke, die den Platz prägt und zerstört, abzureißen. In der letzten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung forderten nun auch die Bezirkspolitiker den „perspektivischen Abriss“ der Brücke und sehen den Senat in der Pflicht, eine Machbarkeits- und Verkehrsstudie vorzulegen. Ulrich Rosenbaum von der Bürgerinitiative Breitenbachplatz bedauert, „dass der Bezirk nicht selber Geld für eine solche Studie in die Hand nehmen will“. Er ergänzt: „Vor sieben Jahren, als unsere Initiative erstmals den Vorschlag machte, haben wir noch Kopfschütteln geerntet.“


Ideen für den Breitenbachplatz haben die Bürger viele: Tempo 30 rund um den Platz, Begrünung der Betonpfeiler, Boule-Bahnen und Urban Gardening. Die Idee, die Autobahnbrücke zu entwidmen, sie begehbar zu machen und zu begrünen, finde ich großartig – ein Vorbild dafür wäre die High Line in New York. Für neue Ideen scheint es höchste Zeit zu sein: Immer mehr Geschäfte am Breitenbachplatz schließen. Um den Platz wieder attraktiver zu machen, schlägt die Bürgerinitiative deshalb vor, einen regionalen Wochenmarkt zu etablieren.

Berliner Rundfunk berichtet vom Breitenbachplatz

Am 27. Juni hat der Berliner Rundfunk schon um kurz nach 7 Uhr vom Breitenbachplatz berichtet. Hier die MP3-Datei zu Abspielen.

BVV Steglitz-Zehlendorf will Brücken-Abriss prüfen lassen

Die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz hat am 21. Juni 2017 ohne Gegenstimmen eine Beschlussempfehlung zur Zukunft der Brücke über den Breitenbachplatz gefasst: "Die Bezirksverordnetenversammlung von Steglitz-Zehlendorf setzt sich für einen perspektivischen Abriss der Autobahnbrücke auf dem Breitenbachplatz ein. Dazu wird das Bezirksamt gebeten, sich bei den entsprechenden Stellen für die Erstellung einer Machbarkeits- und Verkehrsstudie einzusetzen.“

 

Die Bürgerinitiative Breitenbachplatz begrüßt den Vorstoß, bedauert aber, dass der Bezirk nicht selber Geld für eine solche Studie in die Hand nehmen will. Es ist auch nicht spezifiziert, welche die „entsprechenden Stellen“ sein sollen.


Mehr...

Abendschau berichtet über „Ausverkauf am Breitenbachplatz"

Die Abendschau hat am 11. Juni 2017 über den Niedergang am Breitenbachplatz berichtet. Dazu auch ein Bericht in „Zeit für Berlin“.


Morgenpost über das Ende von Haushaltswaren-Weger

Ist der Niedergang des Breitenbachplatzes noch zu stoppen? Die Morgenpost berichtet über das Ende des Haushaltswarenladens Weger. 

LINK


Veranstaltung „Zukunft Breitenbachplatz"

Der grüne Abgeordnete Benedikt Lux lädt zu einem Ortstermin und anschließendem Gespräch im Wahlkreisbüro Schildhornstraße 91 zum Thema „Zukunft Breitenbachplatz“ auf den Platz. 

Termin: 23. Mai 2017 um 19.30 Uhr. 


NACHTRAG: Die Steglitzer Grünen berichteten, dass sie mit der CDU vereinbart haben, eine Machbarkeitsstudie über einen Abriss der Brücke in Auftrag zu geben. 

Schon wieder eine Geschäftsaufgabe

Der Hausratladen Weger war immer eine Institution am Breitenbachplatz. Herr Weger hatte alles, was man schnell brauchte, und ein paar ausgefallene Produkte. Bald ist nun Schluß: Derzeit läuft der Totalausverkauf. Was danach mit den Ladenräumen geschieht, ist unbekannt. Ein paar Meter weiter steht ein kleines Geschäft schon seit Wochen leer, in der ehemaligen Commerzbank gegenüber tut sich auch nichts, und was an der Ecke Schildhornstraße mit dem Café Breitenbach passiert, ist offen. Warum Tomasa diese Filiale seit bald einem Jahr nicht mehr bewirtschaftet, darüber gibt es nur Spekulationen.

IMG 0451

Fahrradzählstelle Breitenbachplatz in Betrieb

Am Breitenbachplatz hat die Senatsentwicklungsbehörde eine Fahrradzählstelle einrichtet - eine von 17 im Stadtgebiet. Die Ergebnisse der "Automatischen Dauerzählstelle für den Radverkehr“ kann dann jeder auf den Seiten der Senatsverwaltung verfolgen. Die Zählstelle ist an der Südostseite des Platzes auf der Höhe des Hauses Brentanostraße 2-4. Da der Radverkehr am Platz vor allem in Südwest-Nordost-Richtung in den letzten Jahren spürbar zugenommen hat, dürfte die Einrichtung von ausreichend breiten Fahrradstreifen eine notwendige Konsequenz sein. Die jetzigen Markierungen auf den Bürgersteigen sind zu schmal und deshalb nicht mit einem Radweg-Schild oder auf dem Fahrweg gekennzeichnet, sodass die Benutzung nicht obligatorisch ist. Die Situation längs der Schildhornstraße ist eher noch schlechter. Der Screenshot zeigt die Daten vom 1. Januar bis 5. März 2017.

Bildschirmfoto 2017-03-05 um 21.25.51

 


Wahl 2016: Unsere Ansprechpartner erfolgreich

Bei der Abgeordnetenhauswahl waren drei Kandidaten, mit denen unsere Initiative bisher schon im ständigen Gespräch war, erfolgreich: Andreas Kugler (SPD), Benedikt Lux (Grüne) und Thomas Seerig (FDP). Den Wilmersdorfer Nachbarwahlkreis hat Florian Dörstelmann von der SPD gewonnen, mit dem wir ebenfalls schon im Kontakt waren. Was die neuen Mitglieder der BVV Steglitz-Zehlendorf angeht, so sind Dr. Sabine Lehmann-Brauns (CDU) und Martin Kromm (SPD) und Lukas Uhde (Grüne), die sich schon bisher für eine bessere Aufenthaltsqualität auf dem Platz eingesetzt hatten, wieder dabei. Ein Glückwunsch an alle mit der Erwartung, dass gemeinsam etwas zu bewegen ist. Wenn sich das Abgeordnetenhaus, die Landesregierung und der Bezirk neu konstituiert und ihre Arbeit aufgenommen haben, werden wir die Politiker zum Gespräch einladen.

Gastkommentar im Tagesspiegel

Commerzbank geschlossen: Was der Platz verliert

Eine schlechte Nachricht für den Breitenbachplatz: Die Commerzbank, die immer eine zentrale Funktion am Breitenbachplatz hatte, ist geschlossen worden. Die Kunden werden an die Schloßstr. 104 verwiesen. Nachdem die Kreissparkasse erst kürzlich ihre Filiale am Beginn des Südwestkorsos auf reinen Automatenbetrieb reduziert hatte, bleibt nur noch die Postbank; an der Kreuznacher Straße, doch seit dort vor kurzem das Schreibwarenangebot ausgeräumt worden ist, fragt sich mancher, wie lange sie noch bestehen wird.


Noch vor 15 Jahren gab es auch noch die Berliner Bank am Platz. Die Commerzbank hieß bis vor ein paar Jahren Dresdner Bank, und die Filiale Breitenbachbach war nach dem Kriege, als die Bank aus Dresden und Berin-Mitte vertrieben worden war, für ein paar Jahre westdeutsche und Westberliner Zentrale der Dresdner Bank. 


Was aus den Räumen der Bank werden soll? Wer weiß. Dem Platz fehlt jedenfalls ein wichtiges Element einer Mischung, die ihn interessant macht. Verändert hat sich immer etwas, so wurde zuletzt aus der Weinbar eine portugiesische Tapas-Bar, und der türkische Gemüsehändler wechselt schon wieder. Als Schwerpunkte des Platzes zeigen immer deutlicher: Gastronomie und Gesundheit. Vielleicht ist das auch eine Chance.

Wie Mexico City Betonpfeiler begrünt

Innerhalb der Initiative Breitenbachplatz wurde auch darüber diskutiert, ob man die häßlichen Betonpfeiler nicht begrünen könne. Mexico City zeigt, wie man es macht.

© Ulrich Rosenbaum 2001-2018